Wissenswert Grunderwerbsteuer bei Baurechten

Mit 2.10.2019 ist die Grundstückswertverordnung (GrWV) um Aussagen zur Ermittlung der Grunderwerbsteuer bei Baurechten ergänzt worden. Die Ermittlung des Grundstücks­wertes eines Baurechts auf unbebautem Grund und Boden erfolgt anhand des Grund­wertes des unbebauten Grundstücks. Ist die Baurechtsliegenschaft bebaut, ist ein Gebäude­wert zusätzlich zu berücksichtigen. Es ist wie folgt vorzugehen:

  • Dauer des Baurechts >= 50 Jahre: Beträgt die Dauer des Baurechts im Zeitpunkt der Entstehung der Steuerschuld noch 50 Jahre oder mehr, sind der Grund­wert des Baurechts in vollem Umfang und der Grund­wert des belasteten Grundstücks mit null anzusetzen.
  • Dauer des Baurechts < 50 Jahre: Beträgt die Dauer des Baurechts im Zeitpunkt des Entstehens der Steuerschuld weniger als 50 Jahre, ist der Grund­wert des Baurechts mit 2 % des Grund­wertes des unbebauten Grundstücks für jedes volle Jahr der restlichen Dauer des Baurechts anzusetzen.
  • Wird das Baurecht an einer bebauten Liegenschaft eingeräumt, ist der Gebäude­wert nach § 2 Abs 3 GrWV zu ermitteln.

Praxistipp

Weist der Steuerpflichtige (mittels Schätzgutachten) nach, dass der gemeine Wert des Baurechts zum Zeitpunkt der Entstehung der Steuerschuld geringer ist als der Grundstückswert gemäß GrWV, gilt der geringere gemeine Wert als Grundstückswert und damit als Steuerbemessungsgrundlage.

Für Fragen rund um das Thema Real Estate steht Ihnen Hannes Eichinger gerne zur Verfügung.

 

Jänner 2020